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Atmen sollte so selbstverständlich sein wie Tag und Nacht und stellt die Grundlage für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des Menschen dar. Trotzdem steht der volle Atem nicht jedem zur Verfügung. Folgende Behinderungen führen zu Störungen des natürlichen Atemrhythmus und des Atems:
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Aeussere Ursachen
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Innere Ursachen
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Steife Gelenke
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Angst
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Harte Bauch- und Rückenmuskeln
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Empfindungs- und Gefühllosigkeit
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Verspannung des Zwerchfelles
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Spannungs- und Erschöpfungszustände
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Ueberspannung
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Zurückgehaltene Handlungen
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Unterspannung
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Ueberforderung
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Angelernte Fehlhaltungen
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Sorgen, Nöte
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Falsche Stühle (Auto)
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Mangelndes Selbstvertrauen
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Beengende Kleidung (Gürtel)
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Traumatas
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Stillsitzzwang
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Depressionen
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Der Gasaustausch
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Der menschliche Organismus nimmt Sauerstoff aus seiner Umwelt auf und scheidet das im Gewebestoffwechsel entstandene Kohlendioxyd aus. Dieser Austausch von Gasen findet in den Lungenbläschen statt, hier entsteht der Kontakt zwischen dem Blut und der Atemluft. Das Blut transportiert den Sauerstoff zu jeder einzelnen Zelle und führt das entstehende Kohlendioxyd zur Lunge zurück und von da gelangt es wieder in die Umwelt. Durch die Verbrennung dieses Sauerstoffs entsteht Wärme und Energie. Diese Kraft steht bei optimaler Atmung dem Menschen sowohl im körperlichen als auch im seelischen und geistigen Bereich zur Verfügung.
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Die Atembewegung
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Bei der Einatmung senkt sich das Zwerchfell und die Rippen heben sich. Dadurch wird der Brustkorb erweitert und die Bauchdecke tritt durch die Verdrängung der Eingeweide durch das Zwerchfell hervor. Bei der Ausatmung steigt das Zwerchfell wieder empor, da die schwammartigen elastischen Lungen sich beim Loslassen der Muskulatur wieder zusammenziehen. Bei Anstrengung werden auch wieder die Muskeln aktiv und pressen die Luft regelrecht aus. Der Brustraum wird durch die Senkung der Rippen wieder verkleinert. Die Atempause ist die Zeitspanne zwischen dem Ein- und Ausatmen und sollte in einem bestimmten Verhältnis zu den anderen Phasen stehen, in Ruhe 3:3:2 (Ein:Aus:Pause) und bei gleichförmiger Arbeit 1:1 (Ein:Aus, Pause entfällt). Das Zwerchfell regt durch seine ständige massageartige Auf- und Abwärtsbewegung die Funktion der darüber- und darunterliegenden Organe wie Magen, Darm, Leber, Nieren, Milz, Herz, Kreislauf und Lymphe in ihrer Tätigkeit an. Ist die Atmung behindert, leiden entsprechend auch diese Organe und der Stoffwechsel in ihren Funktionen und bei der Energiegewinnung. Eine zu intensive Atmung wiederum belastet das Herz-/Kreislauf-System und kann zu diversen Atem- und Gesundheitsstörungen wie z.B. Atemnot oder Schmerzen in der Herzgegend führen. Unterschieden werden Atemfrequenz, Atemrhythmus, Atemtiefe und Atemform. Erst wenn alle Faktoren harmonisch eine Einheit bilden, ist die Atmung optimal.
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Der Atem ist wie eine Brücke, er verbindet Körper und Seele, das Unbewusste mit dem Bewussten und kann den Weg zur Krankheit und zurück bedeuten. Einatem, Ausatem und Atempause bilden den Atem- und Lebensrhythmus. Sind diese Atemphasen ausgewogen, ist das vegetative Nervensystem im Gleichgewicht. Ausgeglichen zu sein bedeutet, Gelassenheit, Geborgenheit und Sicherheit als grundsätzliches Lebensgefühl in sich zu tragen oder zu entwickeln. Dies ist über den Atem möglich, da jede Atemphase nicht nur körperlich funktioniert, sondern die Seele ebenso am Atemgeschehen beteiligt ist. Wir halten den Atem während grosser Anspannung und Konzentration an, es „verschlägt“ uns die Stimme wenn uns etwas schockiert, wir atmen tief ein, wenn wir freudig erregt sind, wir atmen auf wenn eine Anspannung vorüber ist, wir finden etwas „atemberaubend“ schön, es bleibt uns vor Schreck „die Luft weg und das Herz stehen“ usw. Deshalb hat jede Atemphase auch ihren seelischen Hintergrund.
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Die Ziele der Atemtherapie und seelische Aspekte
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Als Hauptziel gilt die Harmonisierung vegetativer, somatischer und hormoneller Funktionen. Angestrebt wird auch die Auflösung von energetischen Blockaden, die Regulation des Muskeltonus, eine Erweiterung der Atemräume, eine Schulung der Empfindung, die Verbesserung der Lungenfunktion und letztendlich ein höheres Wohlbefinden.
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Mit jedem Einatmen weitet sich die Seele, sie öffnet sich für Neues, dringt neue Kraft ein, die Kraft ungesunde und missliche Umstände zu meistern oder zu verändern, einer Krankheit vorzubeugen, zu widerstehen, oder sie besser ertragen zu können. Das Einatmen, die „Inspiration“ stellt auch eine Kraft bereit, seine Wünsche und Ziele in die Tat umzusetzen.
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Mit jedem Ausatmen kann bedrückender, alter und krankmachender seelischer Ballast losgelassen werden. Mit dem Ausatmen äussert sich die Seele, kann sich die Kraft richten, kommt die Atemkraft zur Anwendung.
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Die Atempause dient der Erholung, der Regeneration. Sie ist immer der Beginn eines neuen Anfangs und des Kraftschöpfens. In der Atempause wird der Keim zu allem Neuen gelegt.
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Der Erfahrbare Atem
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Durch die Atemarbeit soll der Atem bewusst wahrgenommen werden und sich dadurch verändern können. Der Mensch soll seinen ursprünglichen Atemrhythmus wiederfinden. Mit der Vertiefung und Verbesserung der natürlichen Atmung gelingt es, körperliche und seelische Störungen nachhaltig zu beeinflussen und zu beheben. Auf diesem Weg erlangen wir ein tieferes Selbstverständnis, Gelassenheit, Lebensfreude und Vertrauen in die eigene Lebenskraft.
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Um das zu erreichen, gilt es, die sichtbare und spürbare Atembewegung wahrzunehmen. Dazu entwickeln wir die Fähigkeit, auf das körperliche Empfinden aufmerksam zu werden. Wir überlassen den Atem jedoch seiner ursprünglicher Gesetzmässsigkeit und steuern ihn nicht willentlich. Dank der Empfindungsfähigkeit spüren wir Spannungen und Fehlhaltungen, die sich lösen können, wenn der zugelassene Atem sie erreicht.
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Gruppenunterricht
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Mit einfachen Uebungen in Ruhe und Bewegung, sitzend, stehend, gehend und liegend, wird der Atem auf verschiedene Weise belebt. Durch diese Uebungen kann der eigene Atem erfahren und können Veränderungen wahrgenommen werden (Atemrhythmus, Haltung, Befindlichkeit etc.). Auch im Alltag können die Uebungen eingesetzt und selbständig geübt werden.
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Einzelbehandlung
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Der Patient liegt in bequemer Kleidung in Bauch- oder Rückenlage. Mit massierenden Griffen im Atemrhythmus, mit Dehnungen, Druck auf bestimmte Punkte etc. wird der Körper für die Atembewegung durchlässig gemacht. Der Patient kann die Atembewegung durch seine auf die Empfindung gerichtete Aufmerksamkeit wahrnehmen. Voraussetzung für eine wirksame Atemarbeit ist eine angstfreie Atmosphäre. Der Behandler schenkt dem Atem des Patienten seine ungeteilte Zuwendung. Die Arbeitsweise wird individuell gestaltet und orientiert sich an der Befindlichkeit und am Atemrhythmus jedes Einzelnen.
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Der Behandelnde versucht, den Patienten in seiner Ganzheit zu erfassen, und hilft ihm, über den Atem seine individuellen Entwicklungsmöglichkeiten zu erschliessen.
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Wo kann die Atemarbeit eingesetzt werden?
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Alle Formen von Herz- und Lungenerkrankungen, orthopädische Störungen (bspw. Skoliose) neurologische Leiden, Hypertonie, Hypotonie, Migräne, „Verspannungen“, Asthma, funktionelle sog. psychovegetative Störungen, Stressabbau, Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung, Rehabilitationsphasen nach Unfällen oder Operationen, Stimm- und Sprechstörungen, Depressionen.
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Die Atemtherapie in der jeweiligen angepassten Form bewährt sich vorzüglich sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern.
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Literatur:
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Der Erfahrbare Atem, Prof. I. Middendorf, Junfermann-Verlag Atemheilkundt, Dr. med. L. Schmitt, Humata Verlag Y. Zehnder, dipl. Atemtherapeutin SBAM
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